+++ MEDIZIN-TELEGRAMM +++

BRENNPUNKT SALZ

 


 

Lebenswichtig und gefürchtet
Was Salz mit uns macht
10. August 2020 - Salz kann töten. Und ohne Salz können wir nicht leben.
Quarks fragt: Wie wirkt Salz? Wie viel braucht man, und wie viel ist zu viel? Und wie salzt man richtig – vor dem Garen oder besser später?

>>> zum Video


Ein Leben ohne Salz? Undenkbar!
Unverzichtbar seit Jahrtausenden

15. Oktober 2019 - Wie kommt es eigentlich, dass Salze für uns Menschen so  wichtig sind? Der Gesundheitsforscher Professor Karl-Ludwig Resch hat eine Theorie dazu: "Erstmal hat sich das Leben ja im Meer entwickelt.   Und in der weiteren Evolution, immer wenn die Natur auf neue Ideen   gekommen ist, dann hat sie um sich geguckt, was könnte man verwenden.   Und Elektrolyte - also Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium - gab es in   Hülle und Fülle auch im Urmeer. Deswegen ist es kein Wunder, dass für   alle möglichen Funktionen im Körper immer wieder die gleichen Baustoffe Verwendung finden. Und das sind eben die Elektrolyte."

>>> zum Artikel


Natrium ein „Kalziumräuber“?
Der Verzicht auf Kochsalz, schützt nicht vor Osteoporose

15. Oktober 2019 - Kalzium ist enorm wichtig für den Zellstoffwechsel:   Muskelkontraktion, Nervenimpulsweitergabe, alles wird durch das   Transportieren des Kalziums in die Zelle bzw. aus der Zelle wieder   hinaus gewährleistet. 95 Prozent der körpereigenen Reserve ist in   unseren Knochen eingelagert. Fehlt dem Körper Kalzium, wird es aus den   Knochen herausgelöst. Landläufig hat sich die Vorstellung festgesetzt,   dass Natrium ein „Kalziumräuber“ sei. Durch Salzverzehr verliere der   Körper Kalzium, das dann wiederum unseren Knochen fehle. Durch den   Verzicht auf Kochsalz könne man also einem Kalziummangel und dessen   Folgen vorbeugen, heißt es oft. Tatsächlich gibt es in unserem   Stoffwechsel eine Beziehung zwischen den beiden Elektrolyten.

>>> zum Artikel

Salz
Wieviel ist gesund, und ist zu wenig ungesund.

3. September 2018 - Immer wieder steht Salz bei der Ernährung in der Diskusion. Dennoch ist Salz für den Körper lebensnotwendig und kann nach neuesten Erkenntnissen auch gut sein. Bis zu zwölf Gramm Kochsalz pro Tag soll laut neuester Studie unbedenklich sein. Auch erhöht Salz nicht unbedingt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein entsprechend größeres Sterblichkeitsrisiko.

>>> zum Artikel

Ernährungssituation in Deutschlad          
Warnung vor moderatem Salzverzehr ist wissenschaftlich nicht begründet.

5. Januar 2018 - Das Ernährungsverhalten der Bevölkerung hat sich in den vergangenen 25 Jahren deutlich gewandelt. Dabei sind die Schlagzeilen   oft geprägt von Lebensmittelskandalen und auch von Warnungen zum   Beispiel im Hinblick auf den Kochsalzkonsum. Nicht bei allen   Lebensmitteln, die als „gesund“ oder „ungesund“ eingestuft werden,   geschieht dies auf der Basis wissenschaftlicher Daten. "Auch die   vielbeschworenen potenziellen Risiken des üblichen Salzkonsums sind   keineswegs wissenschaftlich begründet."

>>> zum Artikel

Hyponatriämie bei älteren Menschen
Bei Gangunsicherheit, Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit, an Natriummangel denken.

3. November 2017-  Die Hyponatriämie stellt die häufigste Störung im Wasser- und  Elektrolythaushalt des Menschen dar und ist bei älteren Menschen  keineswegs selten. Bei bis zu 30 Prozent der älteren Patienten, die in  die Klinik eingewiesen werden, liegt eine solche Störung vor. Sie geht  mit vielgestaltigen Krankheitserscheinungen einher und kann in schweren  Fällen sogar lebensbedrohlich werden. Trotzdem wird ein Natriummangel  als Krankheitsursache oft nicht erkannt.

>>> zum Artikel

Gesund alt werden
„Nicht Dogmen folgen, sondern seinem gesunden Menschenverstand“

22. Februar 2017 - Sehr eindringlich und teilweise sogar dogmatisch wird seit Jahrzehnten vor dem Salzkonsum gewarnt. Abgesehen davon, dass es wissenschaftliche Belege für den gesundheitlichen Nutzen einer solchen Maßnahme nach wie vor fehlen, kann eine Salzrestriktion durchaus zur Folge haben, dass sich insbesondere bei älteren Menschen gravierende und auch gesundheitlich bedenkliche Mangelerscheinungen entwickeln. Vor allem viele ältere Menschen essen und trinken vergleichsweise wenig oder halten sich an vermeintlich gesunde Diäten und nehmen damit zwangsläufig auch wenig Salz zu sich. Wenn sie zusätzlich rigoros am Salz sparen, droht rasch eine Fehlversorgung, zumal die Nieren im Alter häufig Salz aus dem Primärharn weniger gut rückresorbieren können. Das kann fatale Folgen haben!

>>> zum Artikel

Therapie des SIADH
Hyponatriämie in der Onkologie - oft unerkannt, aber therapeutisch relevant!

04. Juli 2016 – Die Hyponatriämie ist eine oft schwerwiegende Elektrolytstörung, die bei 15-30 Prozent der hospitalisierten Patienten auftritt. Bei etwa einem Drittel der Fälle wird die Hyponatriämie durch ein Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) ausgelöst. Als mögliche Ursache eines SIADH kommen unter anderem Karzinome, insbesondere der Lunge, in Frage. Eine Hyponatriämie wird aufgrund der Variabilität der Symptome häufig nicht erkannt und daher nicht angemessen behandelt. Dr. Helge Bischoff, leitender Oberarzt der Thoraxklinik Heidelberg, wies auf die Dringlichkeit hin, bei Tumorpatienten eine bestehende Hyponatriämie zu erkennen und adäquat zu therapieren.

>>> zum Artikel

Datenanalyse
Gängige Vorstellungen zum Kochsalz widerlegt: Zu salzarme Kost bedeutet Gefahr für Herz und Gefäße!

 04. Juli 2016 – Mit großen Lettern wird der Öffentlichkeit immer wieder geraten, ihren Salzverzehr massiv zu drosseln. Das aber kann gefährlich sein, wie eine aktuelle, im renommierten Fachblatt Lancet publizierte Analyse der Daten aus vier großen prospektiven Studien mit mehr als 133.000 Teilnehmern beweist. Demnach erhöht eine zu geringe Salzaufnahme eindeutig das Risiko für Herz-Kreislaufkomplikationen und auch Todesfälle. Das gilt für Menschen mit normalem wie auch mit hohem Blutdruck gleichermaßen. Nur Menschen mit Bluthochdruck (Hypertoniker), die sehr salzreich essen, profitieren nach dem Ergebnis der aktuellen Studie von einer Salzbeschränkung.

>>> zum Artikel


Leitlinie Hyponatriämie
Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der moderaten und der schweren Hyponatriämie.

30. März 2016 – Hyponatriämie ist ein klinisches Merkmal bei 15-20 Prozent der Notfalleinweisungen ins Krankenhaus. Es ist mit einer erhöhten Mortalität und Morbidität verbunden. Die Länge des Krankenhausaufenthaltes assoziiert bei Patienten mit einer Reihe von Bedingungen. Ist die Hyponatriämie schwer, akut aufgetreten und symptomatisch, ist sie lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden. Mit dieser Leitlinie erhalten Kliniker erstmals ein Manual an die Hand, wie sie bei der Abklärung der vielfältigen Ursachen der Hyponatriämie vorgehen sollten.

>>> zum Artikel


Hyponatriämie
Elektrolytverschiebungen bei älteren Menschen: Salzmangel kann im Alter massive Folgen haben!

 09. März 2016 – Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass es bedingt durch Erkrankungen wie auch deren Behandlung zu Verschiebungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt kommen kann. Ein restriktiver Kochsalzkonsum, wie er oft empfohlen wird, ist deshalb speziell bei älteren Menschen nicht ratsam. Davon abgesehen sollte der Elektrolythaushalt regelmäßig kontrolliert werden, um Elektrolytstörungen schon in der Frühphase zu erkennen und behandeln zu können, betonte Dr. Dag Schütz, Klinikdirektor der Klinik für Geriatrie/Altersmedizin am Evangelischen Krankenhaus Essen-Werden anlässlich der 23. Fortbildungsveranstaltung des Verbandes für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) in Aachen.

>>> zum Artikel


Gefahr der Hyponatriämie
Trinken von zu viel Flüssigkeit kann lebensbedrohliche Hyponatriämie verursachen
                        

clinical journal of sport medicine (2015; 25: 303-320): Viele Extremsportler trinken mehr als sie an Flüssigkeit während des Wettkampfes verlieren. Ein internationales Expertenteam um Tamara Hew-Butler, (Oakland University, Rochester, US-Staat Michigan) warnt vor den Risiken einer lebensgefährlichen belastungsbedingten Hyponatriämie (Exercise-associated hyponatremia (EAH)) - Ein einfaches Rezept hilft: Nicht über den Durst trinken. Eine EAH droht allerdings nicht nur Extremsportlern. Auch nach langen Wanderungen, Marathons, Triathlons, Kanurennen und Schwimmen, Yoga und Rasen-Bowling kann es zu einem Natriummangel kommen, wenn dabei zu viel getrunken wird. Die EAH ist nicht an eine körperliche Erschöpfung gebunden.

>>> zum Artikel


Der Körper als Salzspeicher
Salzanreicherung im Gewebe steigert die Immuntätigkeit bei Infektionen
                                                                 

Warum speichert der Körper Salz, wenn es für den Organismus schädlich ist? Eine mögliche Antwort darauf gibt eine Studie rund um die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jonathan Jantsch, Ärztlicher Mitarbeiter im Institut für Klinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Regensburg (UKR; Institutsleiter: Prof. Dr. Dr. André Gessner) und Prof. Dr. Jens Titze, Universität Erlangen und Vanderbilt University, USA. Sie fanden heraus, dass durch die Anreicherung von Salz die Immunabwehr in infektiösem Gewebe gestärkt wird. Erstmals wurde nun aber auch einen möglicher Nutzen entdeckt. Wie das Wissen um die lokale Salzanreicherung in infektiösem Gewebe nutzbar gemacht werden kann oder wie die Einlagerungen gezielt blockiert werden können, versuchen Prof. Jantsch und Prof. Titze nun in weiteren Untersuchungen zu klären. Denkbar wäre beispielsweise die gezielte Förderung der Salzanreicherung  bei Infektionen. Des Weiteren ist das Wissen um Vorgang und Zweck der Salzspeicherung eine therapeutische Chance bei Autoimmunerkrankungen oder bei kardiovaskulären Krankheiten.

>>> zum Artikel


US Studie
Unabhängiges Expertenkomitee stellt fest: Empfehlungen zur generellen Drosselung des Kochsalzkonsums sind wissenschaftlich nicht begründet.
Lange galt ein Salzkonsum, wie er in der heutigen Zeit üblich ist, als Risikofaktor für die Entwicklung eines hohen Blutdrucks, der seinerseits ein Risikofaktor für Herz-Kreislaufkomplikationen ist. Dieses „Dogma“ aber ist in den vergangenen Jahren ins Wanken gekommen. So gibt es Studien, die zeigen, dass die Auswirkungen des üblichen Salzverzehrs auf den Blutdruck und damit auf die Herz- und Gefäßgesundheit deutlich überschätzt werden. Mehr noch: Seriöse Studien renommierter Wissenschaftler zeigen, dass eine starke Beschränkung der Salzaufnahme durchaus negative Konsequenzen auf die gesundheitliche Situation haben kann. Durch Studienergebnisse nicht eindeutig zu begründen und damit wissenschaftlich nicht gerechtfertigt ist die Empfehlung, den Kochsalzkonsum generell unter 6 Gramm pro Tag zu drosseln. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Experten, die vom unabhängigen „Institute of Medicine“ (IOM) mit einer umfassenden Analyse der vorliegenden Studiendaten beauftragt wurden.

>>> zum Artikel


Ernährung und Herzerkrankungen
Ist die Unterscheidung von guten und schlechten Fetten noch relevant?
                                                                    

Jahrelang hat man es den Menschen gepredigt: Nehmt mehr einfach- oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu euch und senkt damit euer Risiko für Herzinfarkt. War das nun alles Unsinn? Im Auftrag der British Heart Association erstellten Chowdhury et al. eine Metaanalyse, die ergab, dass es keinen Nachweis für unterschiedliche Auswirkungen von verschiedenen Fettarten in der Nahrung oder auch in Form von Nahrungsergänzung für das Auftreten der koronaren Herzkrankheit gibt. Einzige Ausnahme: Leicht gesteigertes Risiko durch Trans-Fettsäuren.

>>> zum Artikel


Neuer deutscher Herzbericht

Sterblichkeit nimmt weiter ab, immer bessere Versorgung

„In Deutschland geht die Sterblichkeit in Folge von Herzerkrankungen weiter zurück. Ursache ist die immer bessere kardiologische Versorgung, die inzwischen ein ausgezeichnetes Niveau erreicht hat. Hier gibt es noch regionale Unterschiede, an denen gearbeitet werden muss. Auch alte Menschen profitieren immer mehr von den Entwicklungen der modernen Herz-Medizin“. So fasst DGK-Präsident Professor Dr. Christian Hamm (Gießen) die zentralen Aussagen des aktuellen Deutschen Herzberichts zusammen, der heute in Berlin vorgestellt wurde. „Diese sektorenübergreifende Versorgungsanalyse, die bereits zum 25. Mal durchgeführt wurde, trägt sehr viel zum Verständnis der Trends in der herzmedizinischen Versorgung in Deutschland bei und liefert wesentliche Beiträge zu einer noch besseren Versorgungs-Planung.“

>>> zum Artikel






Lipidtherapie
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zu neuen US- Empfehlungen zur Behandlung mit Statinen
Keinen Bedarf für eine Änderung der aktuellen Behandlungsstrategie mit blutfettsenkenden Medikamenten vom Typ der Statine, wie sie in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) verankert ist, sieht die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie in einer veröffentlichten Stellungnahme. Anlass für den aktuellen Kommentar der Fachgesellschaft sind neue Leitlinien der American Heart Association (AHA) und des American College of Cardiology (ACC) zur Reduzierung des Atherosklerose-Risikos mit Lipidsenkern und die durch diese Empfehlungen in Fachkreisen und Medien ausgelöste Diskussion. „Eine stärkere Betonung der Lipidtherapie als dies in den aktuellen europäischen Leitlinien schon der Fall ist halten wir für nicht notwendig“, fasst DGK-Präsident Prof.  Hamm zusammen.

>>> zum Artikel


Hyponatriämie
US-Studie zeigt: Zu wenig Natrium gefährdet das Leben insbesondere bei älteren Patienten
Ernährungsberater und auch Mediziner empfehlen einen weitestgehenden Verzicht auf Salz. Diese Empfehlung kann gerade bei Senioren eine lebensgefährliche Hyponatriämie auslösen. Hausärzte sollten insbesondere bei älteren Patienten auf den Natriumspiegel im Blut achten. Eine US-Studie zeigt: Zu wenig Natrium gefährdet das Leben (The American Journal of Medicine 2013; 126: 1127). Um diese Fragen zu klären, haben Forscher von der Columbia University in New York Daten von 14.697 erwachsenen Teilnehmern des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) analysiert. Pseudo- sowie Verdünnungshyponatriämien waren in der Studie ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb des Beobachtungs-zeitraums zwischen 1999 und 2006 zu sterben, lag in der Gruppe mit Natriummangel bei 11 Prozent im Vergleich zu 4 Prozent bei Teilnehmern mit normalen Natriumwerten (Hazard Ratio, HR = 3,61).

>>> zum Artikel


Winterkälte gefährlich fürs Herz
Herzpatienten sollten bei Atemnot und Brustenge einen Arzt aufsuchen

Eine nuklearmedizinische Untersuchung verrät, wie groß die Gefahr eines Herzinfarktes ist und ob ein vorbeugender Eingriff erfolgen muss. Gibt die Myokard-szintigrafie keinen Anlass zur Sorge, kann ein drohender Infarkt bei Herzpatienten mit fast 99-prozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden, erklärt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN). Dies belegt eine neue Studie.

>>> zum Artikel


Mars500-Studie
Neue, spektakuläre Erkenntnisse zur Regulation des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts: Die Salzausscheidung folgt einem Biorhythmus. 

Seit rund 150 Jahren geht die Wissenschaft davon aus, dass der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt im Organismus so reguliert ist, dass die Verhältnisse weitgehend konstant sind. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Jens Titze, Erlangen hat diese Theorie nun widerlegt. Im Rahmen der russisch-europäischen Mars500-Mission, bei der eine Reise zum Planeten Mars simuliert wurde, konnte Titze zeigen, dass der Flüssigkeitshaushalt und die Salzausscheidung über den Urin einem ausgeprägten Biorhythmus unterliegt: „Die Rhythmik, die wir gesehen haben, lässt keinen anderen Schluss zu, als dass Natrium im Körper in bestimmten Zeitzyklen aufgenommen und wieder freigesetzt wird und das unabhängig von der aufgenommenen Salzmenge“, erklärt Titze, Professor für Elektrolyt- und Kreislaufforschung, der seinen Aussagen zufolge von den Befunden selbst überrascht wurde. In der Mars500-Studie konnte Prof. Titze nachweisen, dass unser Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt keineswegs konstant gehalten wird, sondern im Gegenteil einem ausgeprägten Biorhythmus unterliegt. Das dürfte laut Titze Auswirkungen auf die Diagnostik und möglicherweise auch auf die Behandlung verschiedener Erkrankungen haben.

>>> zum Artikel



Prospektive Studie
Wichtig für gesundes Herz: Das Frühstück am Morgen mindert KHK-Risiko.

Unter den Erwachsenen ist das Auslassen von Mahlzeiten mit Übergewicht, Bluthochdruck, Insulinresistenz und erhöhten Nüchtern-Lipid-Konzentrationen assoziiert (Publikation in Circulation (2013; 128: 337-343). Ziel dieser Studie war es, prospektiv die Essgewohnheiten auf das KHK-Risiko zu untersuchen. Die Ernährungs-wissenschaftlerin Leah Cahill von der Harvard School of Public Health in Boston analysierte die Daten, um die Auswirkungen eines verbreiteten Ernährungsstils zu untersuchen. Die Auswertung ergab, dass Männer, die den Tag ohne Frühstück beginnen, während der 16-jährigen Beobachtungszeit zu 27 Prozent häufiger eine koronare Herzkrankheit entwickelten (relatives Risiko RR 1,27; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,06-1,53). Späte Mahlzeiten am Abend erhöhten das Risiko um 55 Prozent (RR 1,55; 1,05-2,29). Cahill vermutet daher, dass der Verzicht auf das Frühstück Männer dazu verleitet, im Verlauf des Vormittags ihren Hunger durch ungesunde Snacks zu stillen. Das Fazit der Wissenschaftlerin: "Nicht auf das Frühstück verzichten."
>>> zum Artikel


8. Interaktives nephrologisches Experten-Forum
Calciumgabe: Zweifelhafter Nutzen für die Allgemeinbevölkerung, negative Auswirkungen auf das Überleben chronisch nierenkrankerPatienten.                                                                   

Ob eine Supplementation von Calcium bei nierengesunden Menschen sinnvoll ist und welche gesundheitlichen Probleme die Gabe dieses Mineralstoffs bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) nach sich ziehen kann, waren zentrale Themen des 8. Interaktiven Nephrologischen Experten-Forums, das Anfang März unterstützt von der Firma Sanofi in Frankfurt am Main stattfand. Dabei wurde deutlich, dass die althergebrachte Meinung, Calcium sei wichtig für die Knochen und könne jedem bedenkenlos verabreicht werden, angesichts neuerer Erkenntnisse dringend revidiert werden muss. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion geht die Calciumgabe sogar mit einer erhöhten Mortalität einher, wie eine neue Studie zeigte, weshalb bei diesen Patienten von einer zusätzlichen Gabe, sei es zur Osteoporosebehandlung oder im Rahmen der Phosphatbindertherapie, abgesehen werden sollte.

>>> zum Artikel


12. Ernährungsbericht der DGE
Salzkonsum der Bevölkerung deutlich niedriger als erwartet.

Niedriger als meist angegeben ist der durchschnittliche Salzkonsum bei Männern wie auch Frauen. Er liegt in etwa dem Bereich, den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt und bei Frauen sogar darunter. Das ist das Ergebnis des 12. Ernährungsberichts, den die DGE im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erarbeitet und jetzt aktuell herausgegeben hat. Eine Kochsalzaufnahme von durchschnittlich 6 Gramm pro Tag ist entsprechend der D-A-CH-Referenzwerte für die Gesundheit des Menschen ausreichend. Auf diesen Wert haben sich die nationalen Ernährungsgesellschaften der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz (D-A-CH) bereits im Jahr 2000 als Referenzwert geeinigt. Konkret bedeutet dies, dass nach derzeitiger Kenntnis bei einem Kochsalzkonsum in dieser Größenordnung für gesunde Personen keine Gesundheitsgefahren bestehen. Immer wieder ist jedoch in den Medien zu lesen, der Kochsalzkonsum der Bevölkerung liege weit über den empfohlenen Mengen und berge daher erhebliche gesundheitliche Risiken. Dass dies nicht stimmt,...

>>> zum Artikel


Präventionsangebot Sonografie
Gesundheits-Check mit Ultraschall ist zuverlässig und kostengünstig.
Ultraschalluntersuchungen sind zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ernährungsbedingten Leberschäden und verschiedenen Formen von Krebs gut geeignet. In einer aktuellen Studie entdeckten Ärzte mittels Ultraschall insgesamt mehr behandlungsbedürftige Erkrankungen als mit einer Ganzkörper-Kernspintomografie. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) regt deshalb einen flächendeckenden Einsatz beim Gesundheits-Check an. Da Ultraschalluntersuchungen kostengünstig sind und die Patienten nicht durch Strahlung belasten, setzen Internisten und Kardiologen sie häufig ein, wenn eine bildgebende Untersuchung nötig ist. Nicht selten finden sie dabei durch Zufall auch nicht vermutete Erkrankungen. Am Medizinischen PräventionsCentrum Hamburg wird die Ultraschalluntersuchung deshalb systematisch zur Früherkennung eingesetzt. Zum Präventionsangebot zählen Sonografien von Bauchraum, Schilddrüse, Halsschlagader und Herz. In einer...

>>> zum Artikel


Vergleichsstudie
Herzkranke Diabetespatienten häufig falsch behandelt? Bypass-Operation sichert längere Überlebenszeit als Stent.
Diabetespatienten, die unter mehrfach verengten Herzkranzgefäßen leiden, sollten sich eher einer Bypass-Operation unterziehen als sich einen Stent legen zu lassen. Dies zeigt eine internationale Studie, die in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. An der Studie nahmen von 2005 bis 2010 insgesamt 1.900 Diabetespatienten aus 140 internationalen Behandlungszentren teil – darunter Kliniken aus den USA, Spanien, Kanada, Brasilien, Indien, Frankreich und Australien. Demnach überleben Diabetespatienten nach einer Bypass-OP deutlich länger als Diabetes-Patienten mit einer Gefäßstütze. „Beratung und Behandlung von herzkranken Menschen mit Diabetes müssen sich verbessern“, erklärt Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Es sei dringend erforderlich, dass Ärzte die Betroffenen vor einer Herzkatheteruntersuchung über den Überlebensvorteil der Bypass-Operation aufklären, fordert der DDG-Präsident.

>>> zum Artikel


Salz und Hypertonie
Neue Cochrane Analyse zur salzarmen Kost belegt: Blutdruck sinkt minimal, Blutfette und Stresshormone steigen an.
Forscher haben die Ergebnisse aus 167 wissenschaftlichen Studien zum Zusammenhang von Salz und Blutdruck zusammengetragen und bewertet. Das Ergebnis: Durch eine salzarme Kost sinkt der Blutdruck minimal, allerdings steigen zugleich die Blutfette und die Stresshormone, die der Körper als Reaktion ausschüttet. Die Daten stützen keinesfalls die Hypothese, dass der konsequente Verzicht auf Salz günstige Effekte auf die Gesundheit hat, so die Schlussfolgerung der Autoren der aktuellen Übersichtsarbeit. Bei der Datenanalyse der Forschergruppe um Prof. Dr. Niels A. Graudal aus Kopenhagen handelt es sich um eine Cochrane-Analyse und damit um eine wissenschaftlich hochstehende Übersichtsarbeit, in der die international verfügbaren Daten zum Zusammenhang von Blutdruck und Kochsalzverzehr genauestens unter die Lupe genommen werden. Die Gruppe um Graudal hat 167 Studien gefunden, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen und die Auswirkungen einer Salzreduktion bei der Ernährung auf den Blutdruck bei Kaukasiern untersuchen. Die Untersuchung wurde im renommierten Fachblatt American Journal of Hypertension veröffentlicht.

>>> zum Artikel


Stabile KHK
Neue Risiko-Skala für Herzpatienten: Hohe Vorhersagegenauigkeit des neuen Risiko-Score.
Deutsche und österreichische Gefäßforscher haben die erste Risiko-Skala für Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit entwickelt und zum Patent angemeldet. Das soll die Therapie individueller machen und in der täglichen Praxis bessere Prognosen ermöglichen. „Solche Risiko-Scores gab es bisher schon für die primäre Verhinderung der koronaren Herzkrankheit und für Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Für Kranke mit einer stabilen Koronarkrankheit existierte das noch nicht“, erklärte Alexander Niessner von der Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II der MedUni Wien am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Wien. Die Autoren der vor kurzem im "European Heart Journal" publizierten Studie unter Federführung von Georg Goliasch (MedUni Wien/Innere Medizin II).

>>> zum Artikel


Lebensbedrohlichen Gefäßrissen vorbeugen
Kontrastmittelultraschall erkennt Lecks in großen und kleinsten Adern.
Vier bis acht Prozent der über 65-jährigen Männer entwickeln ein so genanntes Aortenaneurysma, eine Aussackung der Hauptschlagader im Bauch. Um einem lebensbedrohlichen Gefäßriss vorzubeugen, setzen Gefäßchirurgen häufig Gefäßprothesen ein. Doch nicht immer bleiben diese Stents dauerhaft dicht: oftmals dringt nach einiger Zeit wieder Blut in den Gefäßsack ein. Mit einer kontrastmittelgestützten Ultraschalluntersuchung (CEUS) spüren Ärzte die gefährlichen Lecks jetzt frühzeitig auf.
                  

Experten der DEGUM stellten das Verfahren auf der Pressekonferenz am 6. Juni 2012 in Berlin vor. Bei der Frage nach einem undichten Gefäßstent ist der Ultraschall mit Kontrastmittel empfindlicher als Computer- oder Magnetresonanztomografie. Mit modernen Techniken lassen sich die Bilder des Kontrastmittel-Ultraschalls sogar mit den übersichtlichen CT oder MRT-Bildern koppeln und so die Vorteile beider Verfahren vereinen.

>>> zum Artikel


Adipositas
Auslöser für Bluthochdruck gefunden: Hoher Insulinspiegel hemmt Drucknachlass-Botenstoff.
Unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) hat ein Wissenschaftlerteam einen bislang unbekannten molekularen Mechanismus aufgedeckt, der evtl. erklären kann, warum krankhaftes Übergewicht* mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Wie die Forscher zeigen, führt der bei krankhaftem Übergewicht erhöhte Insulinspiegel zu einem verminderten Spiegel des atrialen natriuretischen Peptids (ANP). Hierbei handelt es sich um einen Botenstoff, der im Herz gebildet wird und blutdrucksenkend wirkt.
                     

Diese Erkenntnis könnte zu einer Entwicklung neuartiger Herzmedikamente beitragen. Das Wissenschaftlerteam um Natalia Rudovich publizierte kürzlich seine Studienergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism.

>>> zum Artikel




Mythos Salz            

            

Salzarme Ernährung soll Schlaganfälle verringern und den Herztod verhindern – das war bislang die gängige Meinung – doch der wissenschaftliche Streit über das Salz ist wieder entbrannt.


Salz ist Leben            

Kochsalz (NaCl = Natriumchlorid) ist ein unverzichtbares Lebenselement und unentbehrlicher Bestandteil des Organismus. Es reguliert den gesamten Wasserhaushalt, hält die Gewebespannung aufrecht und aktiviert viele Stoffwechselvorgänge. Natrium und Chlorid wirken auch als Signalstoffe, um Informationen im Nervensystem weiterzuleiten.


Ergebnis randomisierter kontrollierter Studien: Nutzen oder ein Schaden bislang nicht belegt             

Bereits im Jahr 2009 hat das zur Unabhängigkeit verpflichtete "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" (IQWiG) in Köln die Daten von sieben als methodisch hochwertig beurteilten Übersichtsarbeiten ausgewertet, in denen jeweils zwischen 520 und 3.391 Teilnehmer aus insgesamt 62 randomisierten und kontrollierten Studien zusammengefasst waren. Das Ergebnis: Die Einschränkung des Salzverzehrs senkt zwar tatsächlich den Blutdruck in unterschiedlichem Ausmaß. Aber: "Ein Nutzen oder ein Schaden einer kochsalzreduzierten Diät bei Patienten mit Bluthochdruck ist auf Basis randomisierter kontrollierter Studien bislang nicht belegt".


Metaanalyse zeigt: Blutdruck sinkt minimal             

Einen Rückschlag erlitt die Salzhypothese durch eine besonders umfangreiche Metaanalyse von dänischen Cochrane-Experten. Die 1993 gegründete "Cochrane Collaboration" ist eine weltweit tätige, gemeinnützige Organisation von Wissenschaftlern und Ärzten mit dem Ziel, systematische Übersichtsarbeiten zur Bewertung von medizinischen Therapien zu erstellen. Sie arbeitet nach strengen Regeln der evidenzbasierten Medizin. Für diese Organisation hat Internist und Rheumatologe Dr. Niels Albert Graudal und seine Expertengruppe an den Universitätskrankenhäusern in Kopenhagen und Bispebjerg die Ergebnisse aus 167 wissenschaftlichen Studien mit insgesamt 2.747 Teilnehmern zum Zusammenhang von Salz und Blutdruck zusammengetragen und bewertet. Die Experten kamen zum Ergebnis: Eine Beschränkung beim Salzkonsum bewirkt zwar tatsächlich eine Senkung des Blutdrucks, allerdings nur minimal. So sinkt der systolische Blutdruckwert unter salzarmer Ernährung im Durchschnitt nur um 1,27 mmHg. Der diastolische Blutdruckwert geht lediglich nur um 0,05 mmHg zurück. Diese minimale Verringerung des Blutdrucks wird aber durch die Zunahme verschiedener Stoffwechselparameter erkauft. So steigen unter der salzarmen Ernährung die Stresshormone Renin, Aldosteron, Adrenalin und Noradrenalin statistisch signifikant an.

 

Fachjournal Heart: Höhere Gefahr bei salzarmer Ernährung

Einen weiteren Rückschlag erlitt die langjährige Lehrmeinung durch die Metaanalyse von sechs großen Studien, die 2012 im Fachjournal "Heart" publiziert wurde. Die 2.747 Teilnehmer der Studien litten an Herzversagen und nahmen entweder normale oder stark eingeschränkte tägliche Salzmengen zu sich. Untersucht wurde ihre Gesamtsterblichkeit, das Auftreten eines plötzlichen Herztodes und die Einweisung in eine Klinik mit der Diagnose Herzversagen.

Vom Ergebnis waren selbst die Experten verblüfft: Die Gruppe der salzarm Ernährten wies nahezu ausnahmslos eine höhere Gefährdung auf als die Herzpatienten mit Normalkost. Die Gesamtsterblichkeit lag in der sich salzarm ernährenden Gruppe um 95 Prozent höher als bei Herzpatienten mit Normalkost. Das Risiko des plötzlichen Herztodes war unter Salzreduktion um 72 Prozent und das eines Todes durch Herzversagen um 123 Prozent erhöht. Patienten mit reduziertem Salzkonsum mussten 110 Prozent häufiger in ein Krankenhaus eingewiesen werden als normal salzende Personen.

 

Ein hohes Risiko: Salzverzicht für ältere Menschen

Der Verzicht auf Salz kann bei älteren Menschen besonders riskant sein, weil sich im Alter der Flüssigkeitsgehalt des Körpers verändert: Während der Flüssigkeitsanteil eines Babys bei etwa 82 Prozent seines Körpergewichts liegt, sinkt der Wert beim Erwachsenen auf rund 60, im Greisenalter auf etwa 52 Prozent. Ältere Menschen sind schneller satt, haben weniger Durst und trinken zu wenig. Deshalb stellt die Dehydratation, also der Mangel an Flüssigkeit und Salz oder an Flüssigkeit alleine eine häufige Störung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes älterer Menschen dar.

 

US-Studie zeigt: Zu wenig Natrium gefährdet das Leben insbesondere bei älteren Patienten

Ernährungsberater und auch Mediziner empfehlen einen weitestgehenden Verzicht auf Salz. Diese Empfehlung kann gerade bei Senioren eine lebensgefährliche Hyponatriämie auslösen. Hausärzte sollten insbesondere bei älteren Patienten auf den Natriumspiegel im Blut achten. Eine US-Studie zeigt: Zu wenig Natrium gefährdet das Leben (The American Journal of Medicine 2013; 126: 1127). Um diese Fragen zu klären, haben Forscher von der Columbia University in New York Daten von 14.697 erwachsenen Teilnehmern des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) analysiert. Pseudo- sowie Verdünnungshyponatriämien waren in der Studie ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb des Beobachtungs-zeitraums zwischen 1999 und 2006 zu sterben, lag in der Gruppe mit Natriummangel bei 11 Prozent im Vergleich zu 4 Prozent bei Teilnehmern mit normalen Natriumwerten (Hazard Ratio, HR = 3,61).

E-Mail
Infos